Zwischen „Gar nicht“ (NoFap) und „Zu viel“ (Gooning)
Früher wussten die Leute, wie alles in der Natur einem Rhythmus folgt. So wie Bauern wissen, wann sie säen und wann sie ernten müssen, wussten die Menschen, wann man Energie zurückhalten und wann man sie loslassen sollte.
Alles auf der Welt geht auf und ab, wie die Jahreszeiten, Ebbe und Flut. Das ist die Grundwahrheit der Natur.
- Frauen haben ihren Monatszyklus (Periode).
- Männer haben ihn auch, aber er ist nicht so offensichtlich, weil wir mehr vom Sonnenzyklus (dem 24-Stunden-Tag) beeinflusst werden. Aber dieser Kreislauf ist da!
Das ist kein Zufall. Es ist ein Hinweis darauf, dass wir Teil von etwas Größerem sind, das ein- und ausatmet.
Der Unterschied zwischen Mann und Frau (sehr vereinfacht)
Hier wird’s etwas wissenschaftlich, aber keine Sorge:
- Männer ticken mehr nach dem Tagesrhythmus (dem zirkadianen Rhythmus). Das Testosteron ist morgens am höchsten – das erklärt den Fokus und den Antrieb am Tag. Das ist ein stabiler, täglicher Ablauf.
- Frauen ticken mehr nach dem Monatsrhythmus (dem Menstruationszyklus). Durch das monatliche Auf und Ab der Hormone (Östrogen, Progesteron) sind Stimmung, Energie und Lust viel stärker im Wandel.
Fazit: Wie du mit deiner sexuellen Energie umgehst, hängt davon ab, wie deine Hormone gerade drauf sind – es ist also keine feste Sache.
Die zwei Extreme
Beim Umgang mit sexueller Energie gibt es zwei große Lager:
1. Extreme Enthaltsamkeit (NoFap)
Was ist das? Man verzichtet komplett aufs Masturbieren.
Warum machen das viele? Um Selbstkontrolle und Willenskraft zu trainieren und mehr Lebenskraft zu sammeln.
Vorteile:
- Hohe Energie (mehr Motivation, Tatendrang)
- Klarer Kopf
- Mehr Power in allen Lebensbereichen
Der Haken: Du kannst „zu aufgeladen“ werden, wie eine tickende Bombe. Du musst irgendwann mal Druck ablassen.
2. Zügelloses Loslassen (Zu viel Masturbation, oft mit Pornos)
Was ist das? Oft und viel masturbieren, oft mit Pornografie. Manche prahlen sogar damit.
Risiken:
- Pornografie verzerrt das Bild von Sex: Sie gaukelt uns vor, Sex sei eine mechanische Show für schnellen Dopamin-Kick.
- Wir werden abgestumpft und sehen Sex nicht mehr als echte Verbindung.
- Man fühlt sich müde und von seinem Kern als Mann getrennt.
- Pornosucht kann dem Gehirn schaden (laut Studien).
Metaphysisch betrachtet: Die ganze Lebensenergie wird in dieses schwarze Loch Pornobranche gesaugt. Wir machen das Masturbieren zu einem rein mechanischen Akt und verlieren das Gefühl für das Lustvolle, fast Rituelle daran.
Die Balance: „Edging“ als Mittelweg
Kontrolliert Lust aufbauen und Orgasmus erleben, aber nicht immer loslassen. Nach dem Tease and Denial Prinzip. “Edging” stammt aus der Sexualpraktik, bei der die Spitze des Orgasmus immer wieder kurz vor dem Höhepunkt verzögert wird.
Der Schlüssel: Den PC-Muskel trainieren
Du lernst, kurz bevor du zum Orgasmus kommst und ejakulierst, den Orgasmus anzuhalten.
- Dafür brauchst du einen starken PC-Muskel (Musculus pubococcygeus – der Schambein-Steißbein-Muskel, den du beim Pinkeln anspannen kannst, um den Strahl zu stoppen).
- Wenn der Muskel stark ist, kannst du ihn anspannen, wenn der Höhepunkt kommt.
- Die aufgebaute Energie wird dann nicht freigelassen, sondern „die Wirbelsäule hochgeschossen“. Diese reine Lebenskraft-Energie („Chi“) fließt so durch dein Nervensystem.
Was bringt das? Du fühlst dich wach, frisch und voller Power.
ABER: Das ist keine Dauerlösung. Du kannst nicht ewig hochpowern. Irgendwann musst du loslassen, sonst wirst du „überladen“ (wie beim NoFap).
Zwei praktische Leitfäden für Männer
Wie weißt du nun, wann du loslassen sollst? Du kannst dich am Monats- und Tageszyklus orientieren.
A. Der Mondzyklus (Dein 28-Tage-Rhythmus)
Beobachte, wann du im Laufe eines Monats:
- Phase 1 — Die NoFap-Phase (Der Geist dominiert): Du fühlst dich motiviert, geil, klar im Kopf. Du versuchst, das Sexuelle zurückzuhalten. Der Verstand soll über das Körperliche herrschen.
- Phase 2 — Die Transmutationsphase (Die Energie umlenken): Die Lust wird intensiv. Du masturbierst, aber du hältst die Ejakulation zurück („Hochpowern“). Du fühlst dich erfrischt und voller Energie.
- Phase 3 — Die Freisetzungsphase (Der Abwurf): Du lässt alles los. Ejakuliere so viel, wie es sich gesundanfühlt. Das ist die Zeit, um die Früchte zu ernten. Genieße es!
Wichtig: Das ist nur eine grobe Orientierung. Finde selbst heraus, wie viele Tage du in welcher Phase bist!
B. Das „Im-Zentrum-Sein“-Konzept (Der Sonnen-Archetyp)
Die Sonne steht für Wahrheit und Glückseligkeit. Sie lehrt uns Mäßigung.
- Der Fehler: Allen Wünschen vollkommen nachzugehen, führt zu Ungleichgewicht.
- Die Balance: Stell dir eine Tabelle vor. Du bist im Zentrum, deine Wünsche sind am Rand. Wenn du jedem Wunsch gleichmäßig nachjagst (ein bisschen hier, ein bisschen da), bleibst du im Zentrum. Du kippst nicht zu einer Seite.
Du behältst die Kontrolle, nicht deine Leidenschaften.
Gesunde Sexualität = Verbindung
Vergiss nicht:
- Sex ist Verbindung. Die Qualität des Sex hängt immer von der Qualität der Verbindung zum Partner ab.
- Bei der Masturbation ist es genauso: Es geht um die Beziehung zu dir selbst. Je mehr Selbstliebe, desto erfüllender die Praxis.
Zusammenfassung: Es geht nicht um strenge Regeln oder gedankenlosen Genuss. Es geht darum, deinen eigenen Rhythmus zu finden und mit den natürlichen Wahrheiten deines Körpers in Einklang zu kommen. Finde deine Balance!